Du musst nur entscheiden, was Du mit der Zeit anfangen willst, die Dir gegeben ist ...
Optimiert für IE8.x und FF3.x
Auflösung mind. 1024*768 Pixel
Die Hand erstarrte vor der Leinewand,
als könne sie nicht fassen, was sie sollte.
Wofür das alles, die Entbehrungen, dies ewige Verglühn?
Kann er in Wirklichkeit erzielt sein, dieser Strich,
der aller Striche Allergrößte werden wollte?
Jetzt schien es einen Augenblick, es wäre wohl soweit,
sekundenschnell in ihm ein Blitz:es wäre endlich mal gekommen.
Doch etwas weicht zurück, rutscht ab vom Rande seiner Hand,
nicht einzuholen, wie sonst nicht aufgenommen.
Der bunte Hauch der Welt, könnte er in der Tat annehmen, dass er ihn
-nein, nicht das Ganze, nur ein Teil, ein kleines Teil davon -
zu fassen ist imstand in diesem kärglichen Gebilde
mit fester Hand in die noch nicht ganz starre Farbenschicht hineinzukneten,
und dies auf ewig, auf allzeit, durch die Geschlechter.
Vergeblich Müh.
Sobald der Pinsel die Rohleinewand berührte, gleich strebte kaum Angehaktes fort,
schwang sich von dannen brüsk,
wie ein Grashüpfer sich mit muskulösem Bein abstößt
und emporschnellt.
Und was blieb da noch übrig?Wieder Enttäuschung, wieder Wut?
Wie heiße Säure lief es ihm zerwülend durchs Gebein.
Das akzeptieren? Nie und Nimmer!
Dann besser noch der Tod!
Scharwenzelte der nicht schon lang um ihn herum,
rieb sich und schmiegte sich ihm an die Beine.
Dann fuhr die Krallen aus und riss Empfindungen in Stücke wie Papier,
die Schnitte immer parallel verlaufend, so peinlich- monoton?
Na ja, den kannt er längst sehr wohl.
Doch Abend rückte wogenhaft herbei, er ließ nur wenig Zeit zum ruhigen Nachdenken.
Die aneinander schmetternden Sekunden, sie wirbelten umher wie feiner Sand
und drangen ihm in Augen und Ohren - die heftig auf und nieder wallenden Sekunden.
Kurz zuckte die Entscheidung manchmal auf, ein kleiner Blitz,
doch sollt er nicht nachgeben?
Mit Vorsicht, nur auf dass er nicht zerrisse,
den hauchdünnen Faden aus dem stachelbewehrten Unterleib der Leben-Spinne rauspulen
und dem Endgültigen, dem Pistoletenschuss anknüpfen?
Schon jetzt? So bald? Nein, ganz unmöglich...
Da war ein Bild ursprünglich nackt und Schweigen,
ganz von der Art, als wenn was Schweres in Quecksilbertropfen träuft.
Die Hand erstarrte vor der Leinewand,
Tastete dann ratsuchend nach dem nahen Haine
Der aber schwieg, er wollte nicht nachhelfen.
Zitat 115(228):Eine Wahrheit ist nur dann eine Wahrheit, wenn das Gegenteil der Wahrheit, auch eine Wahrheit ist..
Niels Bohr
© →GoBeG.com